Wenn es die neue Regierung mit der kritischen Neubewertung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ernst meint, werde sie zu dem Schluss gelangen, dass es keine Online-Anbindung der Praxen geben darf. Zu diesem Fazit gelangten die Referenten heute auf der Diskussionsveranstaltung in Hamburg. Eingeladen hatten die Aktion „Stoppt die e- Card“, IPPNW Hamburg, Freie Ärzteschaft und der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.
Besonders drastisch äußerte sich Prof. Harald Schweim zum Thema eGK: „Es geht dabei nur ums Geld. Mit der Verbesserung der Versorgung oder der Optimierung des Arzt-Patientenverhältnisses hat das nichts zu tun“, lautete das Fazit des Professors für Drug Regulatory Affairs der Universität Bonn und vormaligen Präsidenten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Die angeblichen Vorteile der Karte lösten sich bei näherer Betrachtung in Luft auf. „Wenn ein Notarzt sich beispielsweise auf die Angaben im Notfalldatensatz – beispielsweise bei der Blutgrupe – verlassen würde, landet er früher oder später vor Gericht, weil er keine Kreuzprobe gemacht hat.“ Auch verwies Schweim auf die Testregion Flensburg, die gezeigt habe, dass das Ausstellen eines elektronischen Rezepts mit dem System 27 Arbeitsstunden im Monat zusätzlich bedeute. „Zeit, die bei der Patientenversorgung fehlt.“
Das ganze Projekt sei eine „gigantischen Geldverschwendung“. Besonders gefährlich sei dabei ein „interessantes Nebenziel“ des geplanten Systems: „Es geht doch um die Kontrolle von Arzt und Patient. Wo hat der Arzt nicht Leitliniengerecht gehandelt, wo hat sich ein Patient Leistungen erschlichen und wo hat der Apotheker betrogen? Das soll letztendlich herausgefunden werden“, monierte der ehemalige DIMDI-Leiter.
Etwa 60 Zuschauer verfolgten die Debatte auf dem Podium.
Wie sein Vorredner Prof. Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik (wir berichteten) gab Schweim zu bedenken, dass das Internet prinzipiell nie absolut sicher sei. „Die Daten gelangen auf eine anonyme Ebene, die nicht mehr kontrollierbar ist.“ Selbst wenn es bei Ärzten, Klinken, Apothekern und Kassen kein einziges schwarzes Schaf geben sollte - „Wer garantiert denn für das IT-Personal, das die Systeme wartet und erneuert. Werden die extra für die Aufgabe vereidigt?“, fragte er.
Zuvor hatte Dr. Oliver Decker von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Soziologie der Medizinischen Fakultät der Uni Leipzig darauf aufmerksam gemacht, dass die Gesundheitskarte nur die „Speerspitze einer Entwicklung zur kompletten eVerwaltung“ darstelle. Ziel sei es, die Daten künftig mit den Daten einer JobCard und dem elektronischen Personalausweis zusammenzulegen. „Längerfristig sollen die Servernetze vereinheitlicht werden.“
Ein Thema, das auch Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung angesprach. „E-Government als Gesamtpaket ist das Ziel. Die Regierung versucht, an so viele Daten wie möglich zu kommen.“ In Bezug auf die Sicherheit gerade bei der elektronischen Gesundheitskarte betonte Steffens, dass „solch große Datenbestände immer auch Begehrlichkeiten hervorrufen". Neben absichtlichen Missbrauchsfällen oder der Weitergabe von Daten an Behörden ohne rechtliche Grundlage sei auch immer damit zu rechnen, dass sich die gesetzlichen Grundlagen einfach änderten und die Behörden dadurch plötzlich leichter Zugriff auf die Daten bekommen.
Dr. Klaus Günterberg aus Berlin thematisierte aus ärztlicher Sicht insbesondere die Verantwortung der Mediziner gegenüber ihren Patienten sowie die Ärztliche Schweigepflicht, die mit der massenhaften Zusammenführung der Patientendaten im Internet unterwandert werde. „Intimste Dinge können in die falschen Hände gelangen“, warnte der Gynäkologe. Die Patienten wüssten noch gar nicht, was mit diesem gesamten Telematikprojekt auf sie zukomme.
Aus dem Plenum äußerte sich auch der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus. Er unterstrich, dass die Ärzteschaft in ihrem Protest gegen das Kartensystem nicht nachlassen dürfe. Zwar hätten sich in der Testregion Nordrhein schon viele Ärzte „ein Lesegerät schenken lassen“. Trotzdem stünden viele Kollegen dem Projekt nach wie vor extrem skeptisch gegenüber. Problematisch sei derzeit noch, dass die neue Regierung zwar einen Neuanfang bei der eGK wolle – jedoch Gespräche mit der derzeitigen Spitze der ärztlichen Selbstverwaltung angekündigt habe. „Da müssen wir jetzt auch darauf aufmerksam machen, dass es neben dem Mainsteam in Berlin noch andere Gesprächspartner gibt“, betonte der FÄ-Präsident, der insgesamt von spürbaren Erfolgen der Aufklärungsaktionen und Informationskampagnen über die Risiken der Gesundheitskarte sprach.
Ein Lob, dass sicher auch in Richtung Dr. Silke Lüder zielte: Die Hamburger Ärztin und Mitbegründerin der Aktion „Stoppt die e-Card“ hatte sich in den vergangenen Tagen federführend um die Organisation der heutigen Veranstaltung gekümmert. Ihr unermüdliches Engagement im Kampf gegen das milliardenschwere Telematik-Projekt wurde von zahlreichen Referenten und Stimmen aus dem Publikum gelobt.
Lüder selbst gab zu Beginn der Veranstaltung einen Überblick über den Status Quo des Projekts und die Entwicklung in den vergangenen Monaten. Sie erinnerte daran, dass sich inzwischen 47 Organisationen dem Bündnis gegen die Karte angeschlossen haben. Trotz der kritischen Einstellung der neuen Regierung zur Gesundheitskarte sei die Arbeit jedoch noch nicht beendet. „Wir dürfen nicht vergessen, dass sich gleich die Lobbyisten auf den neuen Gesundheitsminister gestürzt haben und nun versuchen, Einfluss zu nehmen. Ihr Traum von der bundesweiten Totalvernetzung ist noch nicht ausgeträumt.“
facharzt.de [ Diskussion zur eGK in Hamburg: "Im Grunde geht es um die Überwachung des Arztes" ]
"Gesundheitskarte ist nicht sicher" - Hamburger Abendblatt
Neue Karte: Experten warnen vor Hackerangriffen - Ärztezeitung
Die Vorträge der Referenten sind als pdf im Downloadbereich verfügbar.
Sonntag, 24. Januar 2010
Diskussion zur eGK in Hamburg: "Im Grunde geht es um die Überwachung des Arztes"
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks
Kommentare
Ansicht der Kommentare:
(Linear | Verschachtelt)
Zumindest der von Prof. Schweim vorgebrachten Kritik muss hier mal energisch widersprochen werden:
Prof. Schweim braucht sich keine Sorgen um die Blutgruppe auf der Gesundheitskarte zu machen: Sie ist auf Anraten aller beteiligten ärztlichen Organisationen nie Bestandteil des Notfalldatensatzes gewesen . Und schon gar keine Sorgen braucht sich der Apotheker Prof. Schweim um das Transfusionsverhalten von Not- und anderen Ärzten zu machen. Die wissen schon was sie tun.
Vielleicht sollte er sich zukünftig lieber zu Themen äußern, von denen er mehr Ahnung hat als von der elektronischen Gesundheitskarte und der Notfallmedizin. Sehr traurig, wenn so das Niveau der Diskussionen um die e-Card aussieht...
Kommentare (2)
#1
anonymous
am
25.01.2010 20:30
(Antwort)
Die Diskussion könnte tatsächlich niveauvoller sein, wenn Sie sich auch mit den übrigen Aspekten auseinandersetzen würden. Etwa: mit der Zeit, die der Patientenversorgung verloren zu gehen *droht*. Oder: mit dem aufgezeigten Kontrollfetischismus. Und: mit der Tatsache, dass die Technologie prinzipiell unbeherrschbare Risiken birgt. Dem gegenüber erscheint der Lapsus mit den Blutgruppen doch eher irrelevant, oder?
Kommentare (2)
#1.1
Ewald Proll
(Homepage)
am
25.01.2010 22:44
(Antwort)
Um mal einen anderen, wie mir scheint in der Tat wichtigen, Aspekt herauszugreifen: Der Kontrollfetischismus. Wer hat Interesse an Kontrolle über Gesundheitsdaten? Der Staat? Vermutlich ja. Gesetzliche Krankenkassen. Sicherlich. Private Versicherungsunternehmen? Aber ja! Pharma- und andere (z.B. IT-) Industrie. Erst recht!! Was wird passieren, wenn die Gesundheitskarte nicht kommt und das Gesetz wieder eingestampft wird? Wird die Industrie, werden die Krankenkassen, werden die privaten Versicherungsunternehmen sich nicht mehr für Gesundheitsdaten interessieren? Im Gegenteil, es wird dann ohne jede gesetzliche Grundlage ein Implementieren (oder sogar Verschenken) von Hard- und Software bei Ärzten und Krankenhäusern stattfinden mit Telematikanwendungen, die möglicherweise wirklich nützlich sein können (s. Hausärzte in Baden-Württemberg und die Firma ICW). Und der Preis sind die Patientendaten, die dann ständig an die Industrie fliessen. Warum setzt sich keiner der Kritiker der e-Card mit den gesetzlichen Grundlagen auseinander (§ 291a SozGesBuch V)?! Hier werden sehr weitgehende Schutz- und Verbotsvorschriften im Hinblick auf Patientendaten formuliert. Der Patient soll ein Werkzeug erhalten, mit dem er seine Daten schützen kann. Natürlich ist Papier geduldig, aber was sonst, wenn nicht zunächst mal gesetzliche Grundlagen, soll denn ein Staat schaffen, wenn er Menschen z.B. besseren Schutz ihrer Gesundheitsdaten ermöglichen will. Und schließlich: dass jetzt gerade auf die FDP gehofft wird, dass diese gegenüber den Begehrlichkeiten der Industrie mehr Datenschutz für Patienten durchsetzen will... Da bin ich aber mal gespannt. Und wie schließlich soll man mit der Position umgehen, dass "die Technologie prinzipiell unbeherrschbare Risiken birgt"? Die Internettechnologie wird Einzug in die Medizin halten! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Sie tut es doch längst (s. Bsp. oben). Und das nicht zuletzt deswegen, weil sie auch das Potential hat nützlich zu sein (Im Rahmen z.B. der Psychosomatik sicher weniger als in der Notaufnahme eines Krankenhauses - unbestritten, aber beide haben ihre Berechtigung). Die Frage ist nur, ob kritische Ärztinnen und Ärzte sich damit inhaltlich auseinandersetzen und Wege überlegen wie diese Technologie genutzt werden kann oder ob sie immer nur wütend rufen "Wir wollen das alles nicht! Stoppt die e-Card!", und dann hoffen, dass alles bei der Papierakte bleibt. Und im Rahmen der notwendigen inhaltlichen Auseinandersetzung ist es dann schließlich eben nicht nur ein "Lapsus" wenn man keine Ahnung von den Fakten hat aber schon mal lautstark Forderungen vorträgt.
Kommentare ()
#1.1.1
Anonymous
am
26.01.2010 11:40
(Antwort)
Hallo Anonymus
(wer auch immer sich dahinter versteckt)
Was werfen Sie hier eigentlich den Ärzten bzw. Kritikern der eCard vor?
Dass sie uns Patienten aufklären, informieren und damit schützen vor dieser gefährlichen Technologie???
Sie haben keine Ahnung von den Fakten?
Was sind denn die Fakten?
Das wir Patienten bis heute von den offiziellen Stellen im Unklaren darüber gelassen werden (sollen), das alle Patientendaten künftig in Rechenzentren privater Unternehmen gespeichert und verwaltet werden sollen?
Glauben diese Herrschaften denn, dass wenn man krank ist, auch das Denkvermögen automatisch aussetzt?
Krankheitsdaten sind die sensibelsten Daten eines Menschen und die gehören niemals in eine zentrale Datenbank!!!
Sie sprechen den § 291a Sozialgesetzbuch V an.
Ich habe mich sehr wohl damit befasst und die Verbots- und Strafandrohung hat mich trotzdem nicht beruhigt.
Ein Mörder weiß auch, dass er bestraft wird wenn er jemanden umbringt.
Hält es ihn vom morden ab?
Ich halte meine Krankheits- und Sozialdaten bei dem Arzt meines Vertrauens für sicherer aufgehoben, als in einer zentralen Datenbank, wo man nie wirklich nachvollziehen kann, wer darauf zugreift.
Meine Ärzte erhalten alle ein schriftliches Verbot, meine Daten ungefragt in irgendeinen Pool einzuspeisen.
Das ist nach dem Grundgesetz mein informationelles Selbstbestimmungsrecht, was ich damit ausübe.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
Kommentar (1)
#1.1.1.1
Gabi Thiess
am
04.02.2010 20:32
(Antwort)
hallo anonymous:
also heben wir das niveau.
"Die Blutgruppe ist auf Anraten aller beteiligten ärztlichen Organisationen nie Bestandteil des Notfalldatensatzes gewesen"
... und was folgt logisch daraus? dass darüber diskutiert wurde, ob sie bestandteil werden soll. erst nachdem man festgestellt hat, dass es in jeder hinsicht kontraproduktiv (sogar gefährlich) ist, ist man davon abgegangen - d.h. die kritik der kritiker war hier sehr produktiv.
also heben wir das niveau weiter.
zu der e-card. hoffentlich ist das projekt definitiv zu ende (ausser spesen nix gewesen). oder soll irgendein gutmütiger diktator darüber bestimmen, dass alle menschen ihre daten zwangsweise auf unsicheren zentralrechnern speichern müssen, nur damit einige daran milliarden verdienen? wäre das das von anonymous gewünschte niveau?
d.h. es bleibt dabei: solche entwicklungen sind kein fortschritt, auch wenn dazu computer nötig werden. und somit gilt für die zukunft: es ist und muss die entscheidung des jeweiligen patienten bleiben, was mit seinen daten passieren darf (d.h. ob er mit einer zwangsweiterleitung auf server ausserhalb der praxis einverstanden ist) - und das ist fortschritt. punkt. ist damit ein ausreichend hohes niveau erreicht worden?
Kommentar (1)
#1.2
DIMIM
am
14.02.2010 21:01
(Antwort)
Auch wenn das hier sicher nicht viele lesen werden...
Ich bin niedergelassener Hausarzt, habe in den ersten 5 Jahren jedes 2. WE Notdienst gemacht, und nichts war in dieser Zeit ärgerlicher, als sich mühsam die notwenigen Informationen die zur Behandlung des Patienten erforderlich waren zusammenzusuchen.
Anfangs war ich als EDV verrückter Doc ( seit 10 Jahren 100% digitaler Hausbesuch mit Notebook ) von der ecard total fasziniert. Auf jeder medica habe ich mich danach erkundigt, bin mit meinem subnote auf dem Stand der Gematik gewesen um mir zeigen zu lassen wie es funktionieren könnte. Aber nix funktioniert, bis heute nicht.
Parallel dazu habe ich mich dann kritisch mit den Gefharen der online Datenhaltung auseinandergesetzt, um so mehr Infos ich bekommen habe um so mehr wurde ich zum Gegner dieser Technik. Vor 5 Jahren dann war ich selber mal krank, im KH als Arzt - bis auf wenige Ausnahme ein Desaster. Falls die Fehldiagnose damals auf einem server gelandet wäre , wer weis was dann....
Nun kann man sich aber nicht nur verweigern, wir brauchen eine effektive schnelle und vor allem weltweit funktionierende Informationsquelle.
Man kann also nicht nur gegen was sein, amn muss Alternativen bieten.
Seit 4 Jahren verfolge ich nun das Ziel.
Offline nciht onlie ist die Lösung.
Daten die online gehalten werden sind nie sicher, Früher galt das Schweizer Bankgeheimniss als das Geheimniss weltweit, und was nun ? Es wurde von innen verraten, und auch genau das wird mit den Gesundheitsdaten passieren wie wir ja nun auch bei der BKK für Gesunheit hier in Deutschland auch gesehen haben.
Wenn also modern dokumentieren dann mit einem offline System.
Die Alternative die wir entwickelt haben heisst www.maxidoc.de
Es ist seit 4 Jahren im harten Praxisalltag im Einsatz, wurde anfangs nur belächelt, mittlerweile aber ernst genommen da es die tatsächlichen Bedürfnisse auch erfüllt , es funktioniert, ist schnell, hat ein weltweit absolut innovatives Sicherheitskonzept, das intern als auch extern getestet wurde. Sichereit steht bei uns an allererster Stelle. Der Arztrechner muss sicher sein, die Daten des Patienten müssen sicher sein, maxidoc muss nciht alles können, aber das was es kann muss das System sicher beherrrschen, das war unser Ziel und das haben wir auch rereicht.
Vielleicht werden wir ja auch mal zu solche Diskussionen eingeladen...
Nur wenn man Alternativen kennt und sich damit beschäftigt hat, kann man sich eine Meninung bilden.
Darüber hinaus funktioniert maxidoc weltweit und nciht nur in deutschland, und damit man es auch im Ausland bedienen kann wird alles in mittlerweile 15 Sprachen übersetzt.
Wer also seine medizinischen dAten tasächlihc benötigt, ( nicht jeder Patient !!! ) der hat mit unserem System eine sichere Alternative.. Hier hat der Patient den schlüssel für seine Gesundheit in der Hand, er ist Herr seiner Daten. ER entscheidet wer sie bekommt , niemand sonst.
Kommentar (1)
#2
Tenbrock
(Homepage)
am
23.02.2010 21:35
(Antwort)
Mal ein paar kommentare zu diesem zirkus:
Prof. Harald Schweim
„Wenn ein Notarzt sich beispielsweise auf die Angaben im Notfalldatensatz – beispielsweise bei der Blutgrupe [sic!] – verlassen würde, landet er früher oder später vor Gericht, weil er keine Kreuzprobe gemacht hat.“
deswegen steht die blutgruppe auch nicht drauf. Im notfall wird eh blutplasma genommen, da ist die blutgruppe unerheblich… sollte ein arzt wissen
„Es geht doch um die Kontrolle von Arzt und Patient. Wo hat der Arzt nicht Leitliniengerecht gehandelt, wo hat sich ein Patient Leistungen erschlichen und wo hat der Apotheker betrogen? Das soll letztendlich herausgefunden werden“,
eben, beim geld hört die freundschaft auf nur die patienten könnten über die protokollierung theoretisch abrechnungsbetrügereien feststellen. Die kassen können nicht mehr zugreifen als heute schon! Und das wisst ihr auch!!! Und gleich nochmal: es ist nach den spezifikationen technisch gar nicht möglich, dass böse kräfte (also in eurem sinne wohl die krankenkassen) von dem konnektor aus auf die arztsoftware zugreifen. Ohnehin wären die daten verschlüsselt und auch anonymisiert.
„Wie sein Vorredner Prof. Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik (wir berichteten) gab Schweim zu bedenken, dass das Internet prinzipiell nie absolut sicher sei. „Die Daten gelangen auf eine anonyme Ebene, die nicht mehr kontrollierbar ist.“ Selbst wenn es bei Ärzten, Klinken, Apothekern und Kassen kein einziges schwarzes Schaf geben sollte - „Wer garantiert denn für das IT-Personal, das die Systeme wartet und erneuert. Werden die extra für die Aufgabe vereidigt?“, fragte er.“
1. absolut sicher ist nichts, auch die heutige abwicklung der abrechnungsdaten der ärzte nicht. die egk würde das aber deutlichst sicherer machen: siehe statement ua vom datenschutzbeauftragten weichert http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse/a14/anhoerungen/2009/122/stllg/Weichert.pdf
2. ja kontrollierbar nur durch den patienten. Mit besitz (karte) und wissen (pin). Siehe gesamtarchitektur der ti oder spezifikation über protkollierung www.gematik.de
3. das it-personal garantiert niemand – wie heute
4. den grotesken kommentar über nicht existenten schwarzen schafe lasse ich mal unkommentiert
In Bezug auf die Sicherheit gerade bei der elektronischen Gesundheitskarte betonte Steffens, dass „solch große Datenbestände immer auch Begehrlichkeiten hervorrufen". Neben absichtlichen Missbrauchsfällen oder der Weitergabe von Daten an Behörden ohne rechtliche Grundlage sei auch immer damit zu rechnen, dass sich die gesetzlichen Grundlagen einfach änderten und die Behörden dadurch plötzlich leichter Zugriff auf die Daten bekommen.
Begehrlichkeiten: wie die schlecht gesicherten datenbestände der krankenkassen, krankenhäuser, arztpraxen und ihre abläufe etc heute auch wären aber deutlichst sicherer gespeichert (wissen & besitz)
gesetzliche grundlagen können sich immer ändern. Aber wir sind nicht in timbuktu wird in sind deutschland: soviel sollte die arztzunft der politik vertrauen. Ey und fdp rockt da doch grad die regierung, na keine partxstimmung mehr wa!?
Dr. Klaus Günterberg aus Berlin thematisierte aus ärztlicher Sicht insbesondere die Verantwortung der Mediziner gegenüber ihren Patienten sowie die Ärztliche Schweigepflicht, die mit der massenhaften Zusammenführung der Patientendaten im Internet unterwandert werde. „Intimste Dinge können in die falschen Hände gelangen“, warnte der Gynäkologe. Die Patienten wüssten noch gar nicht, was mit diesem gesamten Telematikprojekt auf sie zukomme.
das wäre dann die patientenakte und die ist freiwillig. Heute werden die arztbriefe meist unverschlüsselt versendet etc.
leider wissen die patienten wirklich nicht was geplant ist, sonst wären sie auch noch mehr davon überzeugt. Spezifikationen lesen.
Aus dem Plenum äußerte sich auch der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus. Er unterstrich, dass die Ärzteschaft in ihrem Protest gegen das Kartensystem nicht nachlassen dürfe. Zwar hätten sich in der Testregion Nordrhein schon viele Ärzte „ein Lesegerät schenken lassen“. Trotzdem stünden viele Kollegen dem Projekt nach wie vor extrem skeptisch gegenüber.
ja in der tat haben sie sich die dinger schenken lassen. So seit ihr das ja auch von der pharmabranche und sonstigen dienstleistern gewohnt… jaja das liebe geld. so kriegt man euch doch noch immer:)
skepsis ja, wegen erfolgreicher lobbyarbeit und lügen nicht zuletzt eurerseits.
So mal im ernst: ich halte die erklärungen der diversen datenschützer die relativ unumwunden für das projekt plädieren für überzeugend genug,.. sind tun das, WEIL SIE DIE SPEZIFIKATIONENGELESEN HABEN – und das sollte ua frau lüders auch mal tun. Da würde sich einiges klären. Jedenfalls ist der gesamte artikel nur lächerlich bzw. macht selbiges mit euch… vernünftige durchaus zu diskutierende argumente werden so jedenfalls diskreditiert durch pure unwissenheit anscheinend nahezu aller referierenden. ich bin eh der überzeugung: ihr wollt nicht transparenter werden. ihr wollt weitermachen wie bisher. denn so ist am meisten drin. alles andere ist nur vorgeschoben.
Kommentar (1)
#3
brohym
am
07.03.2010 21:44
(Antwort)
Herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu unserer Informationsveranstaltung - wir lernen gern dazu. Mit Bezeichnungen wie "Zirkus" oder "Lügen" haben Sie leider den Stil etwas versaut. Aber okay, es sind Ihre Formulierungen, nicht unsere. Und - nahezu alle Referierenden der puren Unwissenheit zu bezichtigen, grenzt schon an Hybris. Was das Transparenzargument betrifft: klar sind eine Menge Leute an größtmöglicher Intransparenz interessiert. Die KVen zum Beispiel. Die Quartalsabrechnungen, die ich von meiner KV kriege, sind alles andere als transparent, und was sich bei den Kassen hinter dem Ausgabenposten "Sonstiges" verbirgt, ist auch nicht sehr transparent. Wir an der Basis haben jedenfalls kein Problem mit der Transparenz: Sie können jederzeit einen Nachweis über die geleistete Arbeit haben. Noch besser wäre es, wenn Sie am Ende jeder Konsultation eine Rechnung bekämen. Die könnten Sie dann sofort überprüfen und bezahlen. Damit wäre die Karte per se überflüssig.
Kommentare (2)
#3.1
Ewald Proll
(Homepage)
am
08.03.2010 22:08
(Antwort)
Sehr geehrter Herr Proll.
Ich freue mich, in Ihnen einen Befürworter der Transparenz gefunden zu haben. Sie schreiben:"Noch besser wäre es, wenn Sie am Ende jeder Konsultation eine Rechnung bekämen. Die könnten Sie dann sofort überprüfen und bezahlen. Damit wäre die Karte per se überflüssig."
Gewiss, nur fungieren die KV'en in diesem Bereich durchaus auch mal als Dienstleister (wenn sie sich auch sonst nicht als solcher verkaufen können). Denn die KV erspart Ihnen die ausufernde Buchhaltung, die ansonsten notwendig wäre, wenn Sie die Zahlungseingänge all' Ihrer Patienten überwachen müssten - inklusive Mahnungen etc. Da ist dann glatt eine weitere Stelle in Ihrer Praxis zu besetzen. Und wer soll die bloss bezahlen?!?!?
Herzliche Grüße, ein Telematiker
Kommentar (1)
#3.1.1
Der Telematiker
am
22.03.2010 19:10
(Antwort)


